Medizinischer Umgang mit Elektrosensibilität

Elektrosensibilität bzw. das EMF-Syndrom ist ein physiologisches Leiden. Es ist zu den Multisystemerkrankungen wie Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS), multiple Chemikaliensensitivität (MCS), Fibromyalgie (FM), posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) zu zählen.

Alle Zellen kommunizieren ununterbrochen über elektromagnetische Schwingungen (Biophotonen) miteinander. Leider liegen die Mobilfunkfrequenzen genau im Bereich biologischer Frequenzen. Das bedeutet: Im Organismus wird technische Information zu biologischen Desinformation. Als Folge werden unter anderem vermehrt freie Radikale freigesetzt, die bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle spielen. Es kommt zu Brüchen an der Erbsubstanz, zu einer Verklumpung der roten Blutkörperchen, Übersäuerung usw. Auf der Organebene finden sich u. a. krankhafte Veränderungen in den Hirnströmen (EEG), eine unnatürliche Starre der natürlichen Herztaktung (Herzratenvariabilität), wie man sie vor und bei Herzinfarkt findet, Blutdruckentgleisungen usw. ( Dr. med. Wolf Bergmann)

In Folge der aufgezwungenen „falschen“ Signale können praktisch alle bekannten wie unbekannten Krankheiten davon gefördert oder ausgelöst werden. Wer wie wann erkrankt, hängt von individuellen Voraussetzungen ab. Häufige erste Beschwerden sind Schlaflosigkeit, Unruhe, unerklärliche Blutdruckschwankungen, Schilddrüsenprobleme, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen usw.

Zum Erkennen der Zusammenhänge zwischen oben genannten Symptomen und der elektromagnetischen Strahlung als möglicher Ursache benötigt es umweltmedizinisch erfahrene Ärzte oder Komplementärmediziner. Häufig werden diese Fälle vom Hausarzt als «psychosomatisch» abgestempelt und der Patient an einen Psychiater überwiesen.

Zunehmend berichten Personen über Schlafstörungen und andere Störungen des Wohlbefindens im Zusammenhang mit schwachen elektromagnetischen Feldern. Schliesslich hat sich aus statistischen Untersuchungen ein Verdacht auf eine krebsfördernde Wirkung schwacher elektromagnetischer Felder ergeben. So kam eine Expertengruppe des US National Institute of Environmental Health Sciences (Nationales Institut für Umwelt und Gesundheit) im Juni 1998 nach mehrjähriger Bewertung aller Untersuchungsberichte zum Schluss, dass niederfrequente elektromagnetische Felder als “möglicherweise kanzerogen” zu betrachten sind.

Laut der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft der Schweiz kommt man zu dem Schluss, dass auch bei «schwacher» nichtionisierender Strahlung, also unterhalb der Immissionsgrenzwerte, biologische Wirkungen auftreten. Beispielsweise wurden physiologische Änderungen beim Stoffwechsel von Zellen nachgewiesen (Kalzium-Haushalt). Bei Versuchstieren wird die Ausschüttung des Hormons Melatonin während der Nacht beeinflusst.

Die in der Schweiz geltenden ICNIRP-Grenzwerte berücksichtigen nichtsog. nicht-thermische Wirkungen. So wurde experimentell beim Menschen eine Beeinflussung des Schlafs bei 14 V/m nachgewiesen. Mäuse entwickelten signifikant häufiger Lymphknotenkrebs unter dem Einfluss von Mobilfunkstrahlung mit einer Intensität im Bereich des ICNIRP-Grenzwerts. Ebenfalls unberücksichtigt blieb der Befund der epidemiologischen Untersuchung beim Kurzwellensender Schwarzenburg, dass Schlafstörungen ab einer mittleren nächtlichen Belastung von ca. 0.4 V/m gehäuft auftraten.

Sowohl die EUROPAEM EMF-Leitlinie 2016 zur Prävention, Diagnostik und Therapie EMF-bedingter Beschwerden als auch die WHO empfehlen jedoch, Patienten mit Elektrohypersensibilität sehr ernst zu nehmen und eine entsprechende medizinische Versorgung vorzunehmen.

Hier sehen sie eine Übersicht der medizinisch anerkannten Wirkungen

Quelle: Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsklinik der RWTH Aachen

Eine sehr detaillierte Übersicht findet sich auf der EMF-Seite des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsklinik der RWTH Aachen: https://www.emf-portal.org/de